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Bewachungsgewerbe · 13 Aufgaben mit Lösungsweg

Öffentliches Recht und Gewerberecht

§ 34a GewO, Bewachungsverordnung, Ausweis, Dienstkleidung, Waffen und Versicherung.

  1. Aufgabe 1

    Welche Befugnisse hat eine Wachperson im Bewachungsgewerbe?

    • Nur die Rechte, die jeder Mensch hat, und das übertragene Hausrecht (richtige Antwort)
    • Dieselben Befugnisse wie ein Polizeivollzugsbeamter
    • Hoheitliche Befugnisse, sobald sie Dienstkleidung trägt
    • Polizeiliche Befugnisse, aber nur auf privatem Gelände

    Lösungsweg

    Eine Wachperson ist keine Polizei. Die Dienstanweisung muss sogar ausdrücklich darauf hinweisen. Sie handelt mit den Jedermannsrechten (etwa Notwehr, Festnahme nach § 127 StPO) und dem Hausrecht, das ihr der Auftraggeber überträgt.

    Quelle: § 17 Abs. 1 Satz 2 BewachV

  2. Aufgabe 2

    Wer braucht eine Erlaubnis nach § 34a der Gewerbeordnung?

    • Wer ehrenamtlich bei einem Vereinsfest am Eingang hilft
    • Wer sein eigenes Haus mit einer Alarmanlage sichert
    • Jeder, der einen Hund zum Schutz des eigenen Hofs hält
    • Wer gewerbsmäßig Leben oder Eigentum fremder Personen bewacht (richtige Antwort)

    Lösungsweg

    Erlaubnispflichtig ist das Bewachungsgewerbe: Leben oder Eigentum fremder Personen gewerbsmäßig zu bewachen. Wer nur sein Eigenes schützt oder ohne Gewerbe hilft, fällt nicht darunter.

    Quelle: § 34a Abs. 1 Satz 1 GewO

  3. Aufgabe 3

    Für welche Tätigkeit reicht die Unterrichtung nicht – hier ist die Sachkundeprüfung Pflicht?

    • Pfortendienst in einem Bürogebäude
    • Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum (City-Streife) (richtige Antwort)
    • Empfangsdienst mit Besucherausweisen
    • Bewachung eines geschlossenen Werksgeländes

    Lösungsweg

    Für bestimmte Tätigkeiten verlangt das Gesetz die Sachkundeprüfung: Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum, Schutz vor Ladendieben, Einlass bei Diskotheken sowie leitende Aufgaben in Flüchtlingsunterkünften und bei Großveranstaltungen. Für einfache Tätigkeiten reicht die Unterrichtung.

    Quelle: § 34a Abs. 1a Satz 2 GewO

  4. Aufgabe 4

    Welche Tätigkeit verlangt die Sachkundeprüfung?

    • Schlüsseldienst für ein Bürohaus
    • Bewachung im Einlassbereich einer Diskothek (richtige Antwort)
    • Streife auf einem umzäunten Lagergelände
    • Bewachung einer Baustelle in der Nacht

    Lösungsweg

    Der Einlassbereich gastgewerblicher Diskotheken ist eine der Tätigkeiten, für die das Gesetz die Sachkundeprüfung verlangt. Hier gibt es oft Konflikte mit Gästen – deshalb die höhere Anforderung.

    Quelle: § 34a Abs. 1a Satz 2 Nr. 3 GewO

  5. Aufgabe 5

    Wie viele Unterrichtsstunden umfasst die Unterrichtung für Wachpersonen?

    • 24
    • 32
    • 40 (richtige Antwort)
    • 80

    Lösungsweg

    Die Unterrichtung bei der IHK dauert 40 Unterrichtsstunden und endet ohne Prüfung. Sie genügt für einfache Bewachungstätigkeiten, nicht aber für die Tätigkeiten, die eine Sachkundeprüfung verlangen.

    Quelle: BewachV Anlage 2

  6. Aufgabe 6

    Was muss eine Wachperson während des Dienstes mitführen?

    • Eine Kopie ihres Arbeitsvertrags
    • Die Erlaubnis des Unternehmens nach § 34a
    • Den Dienstausweis und ihr Ausweisdokument (richtige Antwort)
    • Nur ihren Führerschein

    Lösungsweg

    Die Wachperson trägt den Dienstausweis zusammen mit dem Ausweisdokument bei sich, das im Bewacherregister angegeben ist. Auf Verlangen zeigt sie beides der Polizei, dem Ordnungsamt oder dem Zoll.

    Quelle: § 18 Abs. 2 BewachV

  7. Aufgabe 7

    Was muss der Dienstausweis einer Wachperson unter anderem enthalten?

    • Die Bewacherregister-Identifikationsnummer der Wachperson (richtige Antwort)
    • Das Geburtsdatum und die Staatsangehörigkeit
    • Ein Lichtbild mit amtlichem Siegel
    • Die private Wohnanschrift der Wachperson

    Lösungsweg

    Der Ausweis nennt Namen der Wachperson, Namen und Anschrift des Unternehmens, beide Unterschriften und die Bewacherregister-Identifikationsnummern von Wachperson und Unternehmen. Er muss sich deutlich von amtlichen Ausweisen unterscheiden.

    Quelle: § 18 Abs. 1 BewachV

  8. Aufgabe 8

    Was gilt für die Dienstkleidung im Bewachungsgewerbe?

    • Sie darf Amtsabzeichen tragen, wenn der Kunde zustimmt
    • Sie ist bei jedem Einsatz verboten
    • Sie muss sich deutlich von Polizei- und Militäruniformen unterscheiden (richtige Antwort)
    • Sie muss der Uniform der Landespolizei ähneln

    Lösungsweg

    Bestimmt das Unternehmen eine Dienstkleidung, muss sie sich deutlich von Uniformen der Streitkräfte und Behörden unterscheiden. Abzeichen, die Amtsabzeichen zum Verwechseln ähnlich sind, sind verboten.

    Quelle: § 19 Abs. 1 BewachV

  9. Aufgabe 9

    Wann muss eine Wachperson Dienstkleidung tragen?

    • Nie – Dienstkleidung ist immer freiwillig
    • Nur bei Veranstaltungen mit mehr als 5 000 Gästen
    • Wenn sie im Dienst befriedetes Besitztum betreten soll (richtige Antwort)
    • Nur nachts

    Lösungsweg

    Wer im Dienst befriedetes Besitztum betreten soll, etwa ein umzäuntes Grundstück, muss Dienstkleidung tragen. So ist für alle erkennbar, dass hier eine Wachperson unterwegs ist.

    Quelle: § 19 Abs. 2 BewachV

  10. Aufgabe 10

    Unter welcher Voraussetzung darf eine Wachperson im Dienst Reizstoffsprühgeräte oder Schlagstöcke führen?

    • Nur mit Zustimmung des Gewerbetreibenden (richtige Antwort)
    • Immer, wenn sie volljährig ist
    • Nur mit Zustimmung des Auftraggebers
    • Nie – das ist grundsätzlich verboten

    Lösungsweg

    Die Dienstanweisung muss bestimmen, dass Schusswaffen, Hieb- und Stoßwaffen sowie Reizstoffsprühgeräte nur mit Zustimmung des Gewerbetreibenden geführt werden. Jeder Gebrauch ist unverzüglich der Polizei und dem Unternehmen anzuzeigen.

    Quelle: § 17 Abs. 1 Satz 3 BewachV

  11. Aufgabe 11

    Eine Wachperson hat im Dienst Pfefferspray eingesetzt. Wem muss sie das unverzüglich melden?

    • Nur dem Auftraggeber, aber erst am Ende der Schicht
    • Nur der IHK, die die Sachkundeprüfung abgenommen hat
    • Niemandem, solange dabei niemand verletzt wurde
    • Der zuständigen Polizeidienststelle und dem Gewerbetreibenden (richtige Antwort)

    Lösungsweg

    Jeder Gebrauch von Schusswaffen, Hieb- und Stoßwaffen oder Reizstoffsprühgeräten muss unverzüglich der Polizei und dem Gewerbetreibenden angezeigt werden. Das Unternehmen meldet ihn zusätzlich der Erlaubnisbehörde.

    Quelle: § 17 Abs. 1 Satz 3, § 20 Abs. 2 BewachV

  12. Aufgabe 12

    Wie hoch ist die Mindestversicherungssumme der Haftpflichtversicherung für Personenschäden je Schadensereignis?

    • 250 000 Euro
    • 500 000 Euro
    • 1 000 000 Euro (richtige Antwort)
    • 5 000 000 Euro

    Lösungsweg

    Für Personenschäden müssen je Schadensereignis mindestens 1 000 000 Euro versichert sein, für Sachschäden 250 000 Euro. Für abhandengekommene bewachte Sachen sind es 15 000 Euro, für reine Vermögensschäden 12 500 Euro.

    Quelle: § 14 Abs. 2 BewachV

  13. Aufgabe 13

    Was muss der Arbeitgeber der Wachperson vor dem ersten Einsatz aushändigen?

    • Die vollständige Kundenliste des Unternehmens zur Einsicht
    • Einen Abdruck der Dienstanweisung gegen Empfangsbescheinigung (richtige Antwort)
    • Einen Waffenschein für das Führen von Reizstoffsprühgeräten
    • Eine Kopie der Gewerbeerlaubnis mit Stempel der Behörde

    Lösungsweg

    Der Wachdienst wird durch eine Dienstanweisung geregelt. Die Wachperson bekommt vor der ersten Bewachungstätigkeit einen Abdruck und bestätigt den Empfang schriftlich.

    Quelle: § 17 Abs. 2 BewachV

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